Wenn der Sommer etwas zu heiss wird.
- Sandra Carmen
- 30. Juni
- 6 Min. Lesezeit
Die Sommer in der Schweiz werden wärmer. Was bedeutet das für uns? Und wie kannst du die schönste Zeit des Jahres weiterhin geniessen, ohne deine Gesundheit zu gefährden!
Erinnerst du dich noch an den Sommer 2003?
Ventilatoren waren ausverkauft.
Die Fensterläden blieben tagsüber geschlossen.
In den Nachrichten ging es täglich um neue Hitzerekorde.
Dieser Sommer hat sich bei vielen Menschen eingebrannt.
Die Hitzewelle von 2003 führte in der Schweiz zu rund 975 zusätzlichen Todesfällen.
Mehr als zwanzig Jahre später erleben wir erneut sehr warme Sommer. Laut dem Nationalen Zentrum für Klimadienstleistungen (NCCS) wurden im Jahr 2024 schweizweit 326 Todesfälle mit der Hitze in Verbindung gebracht. Besonders betroffen waren Menschen über 75 Jahre.
Diese Zahlen sollen keine Angst machen.
Sie erinnern uns vielmehr daran, dass Hitze mehr ist als eine Frage des Komforts. Sie betrifft unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden und unseren Alltag.
Die gute Nachricht: Mit einigen einfachen Gewohnheiten lässt sich der Sommer weiterhin bewusst und schön geniessen.
Infobox: Hitze in der Schweiz
2003 Rund 975 zusätzliche Todesfälle während der aussergewöhnlichen Hitzewelle.
2024 326 hitzebedingte Todesfälle in der Schweiz.
Besonders gefährdetMenschen über 75 Jahre, Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Beschwerden oder eingeschränkter Mobilität.
Warum betrifft uns Hitze ab 50 stärker?
Mit zunehmendem Alter verändert sich unser Körper.
Das Durstgefühl setzt oft später ein. Die Temperaturregulierung funktioniert weniger effizient. Herz und Kreislauf arbeiten stärker, um die Körpertemperatur stabil zu halten.
Was früher einfach ein heisser Sommertag war, kann heute deutlich anstrengender sein.
Deshalb lohnt es sich, auf die Signale des Körpers zu hören und den eigenen Rhythmus etwas anzupassen.
Nicht aus Angst.
Sondern aus Fürsorge für sich selbst.
Höre auf die Signale deines Körpers
An besonders heissen Tagen solltest du aufmerksam werden, wenn folgende Beschwerden auftreten:
ungewöhnliche Müdigkeit
Schwindel
Kopfschmerzen
Muskelkrämpfe
Übelkeit
Konzentrationsschwierigkeiten
Verwirrtheit oder Orientierungslosigkeit
Treten solche Symptome auf, suche möglichst rasch einen kühlen Ort auf, trinke Wasser und zögere nicht, medizinischen Rat einzuholen, wenn es dir nicht besser geht.
Die Kunst des Sommers besteht nicht darin, gegen die Hitze anzukämpfen, sondern klug mit ihr zu leben.
Die kleinen Tricks, die Grosses bewirken
Trinken, bevor der Durst kommt
Warte nicht, bis du Durst verspürst.
Wasser bleibt die beste Wahl. Es muss nicht eiskalt sein. Kühles Wasser wird vom Körper oft besser vertragen als sehr kalte Getränke.
Auch wasserreiche Lebensmittel helfen:
Wassermelone
Melone
Erdbeeren
Pfirsiche
Gurken
Ein Glas Wasser auf dem Tisch erinnert dich zusätzlich daran, regelmässig zu trinken.
Die Füsse ins kühle Wasser stellen
Eine einfache Schüssel mit kühlem Wasser auf dem Balkon, im Garten oder unter dem Tisch kann erstaunlich wohltuend sein.
Die Füsse ins Wasser.
Ein paar Minuten Ruhe.
Und plötzlich fühlt sich der ganze Körper etwas leichter an.
Eine alte Methode, die bis heute funktioniert.
Schatten statt Sonne
An besonders heissen Tagen ist der Schatten dein bester Freund.
Ein Platz unter einem Baum.
Eine schattige Terrasse.
Ein Spaziergang im Wald.
Oft sind es die einfachsten Lösungen, die den grössten Unterschied machen.
Besonders zwischen spätem Vormittag und Nachmittag lohnt es sich, direkte Sonne zu meiden und Aktivitäten in kühlere Tageszeiten zu verschieben.
Aktivitäten anpassen
Längere Wanderungen, Gartenarbeiten oder intensive Sporteinheiten solltest du möglichst auf die frühen Morgenstunden oder den Abend verschieben.
Der Sommer ist keine Prüfung.
Niemand muss bei 34 Grad Höchstleistungen erbringen.
Manchmal ist der klügste Plan des Tages: weniger machen, dafür bewusster geniessen.
Die Berge – die natürliche Klimaanlage der Schweiz
Wenn die Hitze im Mittelland drückend wird, locken die Berge mit angenehmeren Temperaturen.
Ein Waldweg.
Ein Bergbach.
Eine Terrasse mit Aussicht.
Ein Picknick auf einer Alp.
Oft reichen schon wenige hundert Höhenmeter, um wieder besser durchzuatmen.
Vielleicht liegt genau darin ein Teil des Schweizer Sommerglücks: Wenn es unten zu heiss wird, wartet irgendwo weiter oben ein Stück Frische.
Langsamer werden ist keine Schwäche
Wir leben in einer Zeit, in der Aktivität oft als Erfolg gilt.
Doch die Hitze erinnert uns daran, dass Pausen wichtig sind.
Ein gutes Buch lesen.
Musik hören.
Ein Gespräch mit Freunden führen.
Eine kleine Siesta geniessen.
Oder einfach einmal nichts tun.
Der Körper arbeitet bei grosser Hitze ohnehin auf Hochtouren. Ruhe ist deshalb keine Faulheit, sondern Selbstfürsorge.
Vielleicht ist eine Hitzewelle auch eine Einladung, den eigenen Rhythmus neu zu spüren.
Nicht alles muss sofort erledigt werden.
Nicht jeder Tag muss produktiv sein.
Manchmal reicht es, gut für sich zu sorgen.
Gut schlafen – auch in warmen Nächten
Viele Menschen leiden weniger unter der Hitze am Tag als unter den warmen Nächten.
Wenn der Körper keine Gelegenheit mehr hat, sich abzukühlen, schlafen wir unruhiger und fühlen uns am nächsten Morgen oft erschöpft.
Schon kleine Veränderungen können helfen:
Lüfte früh am Morgen und spät am Abend.
Halte Fensterläden oder Storen tagsüber möglichst geschlossen.
Verwende leichte Bettwäsche aus Baumwolle oder Leinen.
Nimm vor dem Schlafengehen eine kühle oder lauwarme Dusche.
Stelle ein Glas Wasser oder eine Flasche auf deinen Nachttisch.
Verzichte am Abend möglichst auf schwere Mahlzeiten und Alkohol.
Ein kleiner Ventilator oder ein feuchtes Tuch im Raum können zusätzlich für etwas Erleichterung sorgen.
Atmen, entspannen und den Puls senken
Hitze belastet nicht nur den Körper, sondern oft auch den Geist.
Manche Menschen fühlen sich gereizter, weniger konzentriert oder schneller erschöpft.
Gerade deshalb lohnt es sich, bewusst einen Gang zurückzuschalten.
Probiere einmal diese einfache Atemübung:
4 Sekunden einatmen.
2 Sekunden den Atem halten.
6 Sekunden langsam ausatmen.
Wiederhole dies zwei bis drei Minuten.
Viele Menschen spüren danach mehr Ruhe und Entspannung.
Vielleicht ist gerade eine Hitzewelle der richtige Moment, um wieder mehr auf den eigenen Körper zu hören.
Aufeinander achten
Hitze ist nicht nur eine persönliche Herausforderung.
Sie ist auch eine Frage der Solidarität.
Viele ältere Menschen leben allein und bitten nur selten um Hilfe.
Ein kurzer Anruf.
Ein spontaner Besuch.
Eine gemeinsam getrunkene Tasse Kaffee.
Eine Flasche Wasser vorbeibringen.
Oder anbieten, gemeinsam einkaufen zu gehen, damit niemand in der Mittagshitze unterwegs sein muss.
Oft sind es genau diese kleinen Gesten, die den grössten Unterschied machen.
Vielleicht ist das eine der schönsten Seiten des Älterwerdens:
Wir wissen, wie wertvoll Aufmerksamkeit und Mitmenschlichkeit sind.
Wahr oder falsch?
Löscht Bier den Durst besser als Wasser?
Nein.
Alkohol fördert die Austrocknung des Körpers und ist bei grosser Hitze keine gute Wahl.
Sollte man erst trinken, wenn man Durst verspürt?
Nein.
Gerade mit zunehmendem Alter setzt das Durstgefühl häufig zu spät ein.
Regelmässiges Trinken ist deshalb besonders wichtig.
Ist eine eiskalte Dusche ideal?
Nicht unbedingt.
Kühles oder lauwarmes Wasser wird vom Körper meist besser vertragen als ein plötzlicher Kälteschock.
Kann man auch im Schatten einen Hitzschlag bekommen?
Ja.
Nicht nur die direkte Sonne, sondern auch die hohe Umgebungstemperatur kann den Körper stark belasten.
Was tun, wenn es draussen zu heiss wird?
Ein Sommertag muss nicht immer aktiv sein.
Warum nicht einmal:
ein Museum besuchen,
ins Kino gehen,
einen Podcast hören,
ein gutes Buch lesen,
Karten spielen,
sanftes Yoga oder Stretching machen,
Erinnerungen aufschreiben,
den nächsten Ausflug planen oder
einfach Zeit mit lieben Menschen verbringen?
Manchmal entstehen die schönsten Sommertage gerade dann, wenn wir nichts Besonderes geplant haben.
Wie werden die Sommer der Zukunft aussehen?
Die Klimaforschung ist sich weitgehend einig:
Die Sommer in der Schweiz werden in den kommenden Jahrzehnten wärmer.
Es wird mehr Hitzetage über 30 Grad geben, längere Trockenperioden und häufiger auftretende Hitzewellen. Gleichzeitig rechnen Fachleute damit, dass heftige Gewitter und Starkregenereignisse zunehmen werden.
Der aussergewöhnliche Sommer 2003 könnte deshalb in einigen Jahrzehnten nicht mehr als Ausnahme gelten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass wir den Sommer weniger geniessen werden.
Wir werden uns anpassen.
Vielleicht verbringen wir mehr Zeit an Seen und Flüssen.
Vielleicht zieht es uns öfter in die Berge, wo die Temperaturen auch künftig angenehmer bleiben.
Vielleicht lernen wir einfach wieder, etwas mehr im Rhythmus der Natur zu leben.
Frühere Generationen lernten, mit strengen Wintern umzugehen.
Unsere Generation lernt vielleicht, mit heisseren Sommern zu leben.
Und vielleicht entdecken wir dabei sogar eine neue Form von Lebensqualität: langsamer, bewusster und näher an der Natur.
Sich anzupassen bedeutet nicht zu verzichten. Es bedeutet, das Leben weiterhin bewusst zu geniessen.
Das Sommerrezept des Nold Club
Pfirsich-Heidelbeer-Smoothie mit Gurke und Minze
Fruchtig, leicht und herrlich erfrischend.
Zutaten
1 reifer Pfirsich
1 Handvoll Heidelbeeren
½ Gurke
einige frische Minzblätter
Saft einer halben Limette
150 ml Kokoswasser
einige Eiswürfel
Zubereitung
Alle Zutaten fein mixen und gut gekühlt servieren.
Die Kombination aus süssem Pfirsich, frischen Heidelbeeren, Gurke und Minze ergibt einen überraschend leichten Smoothie – perfekt für warme Sommertage auf dem Balkon, im Garten oder am See.
Zum Schluss
Die Sommer verändern sich.
Unsere Freude am Sommer muss sich deshalb nicht verändern.
Vielleicht verbringen wir künftig etwas mehr Zeit im Schatten, am Wasser oder in den Bergen.
Vielleicht trinken wir bewusster, gönnen uns öfter eine Pause und achten noch mehr aufeinander.
Eines bleibt jedoch gleich:
Die schönsten Sommermomente entstehen selten wegen der Temperatur.
Sie entstehen bei guten Gesprächen, gemeinsamen Erlebnissen, einem Lachen mit Freunden oder einem stillen Abend auf der Terrasse.
Nicht die Hitze macht einen Sommer unvergesslich. Sondern die Momente, die wir daraus machen.
Ich wünsche dir einen wunderbaren Sommer – mit vielen schönen Begegnungen, genügend Schatten, einer erfrischenden Brise und ganz viel Freude am Leben.




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