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Generation Walkman: Als die Musik zwei Seiten hatte und unsere Frisuren drei Stockwerke!

9. Okt.
8 Min. Lesezeit

Von Musikkassetten bis zu den ersten MTV-Clips, von endlosen Slows bis zu den Hits, die uns heute noch auf die Tanzfläche treiben: Willkommen in den 80ern! Ein Jahrzehnt, in dem der Sound analog war, die Farben neon und das Haarspray offiziell als Baumaterial galt.

Und das Beste daran: Diese Musik ist nie wirklich in Pension gegangen. Man hört sie in Remixes, in Serien, auf TikTok… und sogar aus dem Mund von Zwanzigjährigen, die die Texte besser kennen als wir. Diesen Samstag bietet uns die Sendung «Taratata» ausserdem die perfekte Gelegenheit für eine Zeitreise.

Also: Zieh deine Jacke mit Schulterpolstern an (ja, genau die, die du «für alle Fälle» aufbewahrt hast) und komm mit.


Erinnerst du dich an deinen ersten Walkman?

Dieses kleine Gerät, das uns das Gefühl gab, die Freiheit erfunden zu haben! Kopfhörer auf (orange, aus Schaumstoff, sehr elegant), PLAY gedrückt, und die Welt um uns herum verschwand.

Zumindest bis die Batterien mitten in unserem Lieblingslied den Geist aufgaben. Die Stimme von Michael Jackson wurde dann immer langsamer und tiefer, bis sie klang wie ein Bär im Winterschlaf. Das war das Signal: Man musste sich entscheiden zwischen Musik und der Taschenlampe im Küchenschrank.

Und die Kassetten? Ein echtes Abenteuer! Stundenlang nahmen wir die besten Songs am Radio auf, den Finger immer bereit auf der REC-Taste. Wehe dem Moderator, der vor dem Ende des Refrains zu reden begann! Ganze Generationen besitzen heute noch Mixtapes, auf denen jedes Lied mit «… und es ist 17 Uhr 32» endet.

Nicht zu vergessen der berühmte Bleistift, das unverzichtbare Zubehör, um eine Kassette zurückzuspulen, ohne die Batterien zu leeren. Spitzentechnologie, Marke Eigenbau. Und wenn sich das Band aus der Kassette löste und sich wie Spaghetti im Gerät verhedderte, wurden wir zu Chirurgen: Pinzette, Geduld und ein stilles Gebet.

Und dann gab es das Mixtape für jemand Besonderen. Die «spezielle» Kassette. Stundenlanges Nachdenken, die Reihenfolge der Lieder war eine Geheimbotschaft, und das Cover wurde von Hand mit Filzstiften in drei Farben beschriftet. Heute schickt man einen Spotify-Link. Praktisch, aber seien wir ehrlich: weniger romantisch als eine Kassette, die zwischen Cyndi Lauper und Simple Minds «Ich liebe dich» sagt.

Heute passen Millionen Songs in unser Handy. Damals trugen wir zwölf Lieder in der Hosentasche und waren rundum glücklich. Dafür kannten wir auch die vier Sekunden Stille zwischen Seite A und Seite B auswendig.


Der Soundtrack einer ganzen Generation

Michael Jackson, Madonna, Prince, Tina Turner, Queen, David Bowie, Depeche Mode, The Cure, Eurythmics, Cyndi Lauper, Whitney Houston, a-ha… Ein paar Töne genügten, um einen Hit zu erkennen. Manchmal sogar ein einziger. Versuch mal, «Billie Jean» zu lesen, ohne die Basslinie im Kopf zu hören: unmöglich.

Und dann waren da die deutschsprachigen Hits: Nena mit «99 Luftballons», Falco mit «Rock Me Amadeus», Peter Schilling mit «Major Tom» oder die Spider Murphy Gang mit «Skandal im Sperrbezirk». Dazu Modern Talking, über die alle lästerten, aber deren Platten trotzdem irgendwie in jedem Haushalt standen. Und natürlich unsere Schweizer Stolzträger: Yello, Krokus, Polo Hofer… Aus der Romandie und aus Frankreich schwappten ausserdem Jean-Jacques Goldman, France Gall, Indochine, Téléphone, Daniel Balavoine und Les Rita Mitsouko herüber.

Die Musik begleitete unsere ersten Ausgänge, unsere erste Liebe und manchmal auch unseren ersten Liebeskummer.

Wir entdeckten die Videoclips, kopierten die Choreografien und versuchten, wie unsere Idole auszusehen. Mit teilweise fragwürdigen Ergebnissen. Der Moonwalk zum Beispiel sah oft eher aus wie jemand, der mit nassen Socken auf einer Eisbahn rückwärtszugehen versucht.

Die Schulterpolster waren gigantisch (durch Türen ging man seitwärts), die Dauerwellen trotzten der Schwerkraft, und das Haargel hatte vermutlich ein eigenes Budget im Familienhaushalt. Stirnbänder aus Frottee und Stulpen bewiesen, dass man für Aerobic angezogen sein konnte, ohne je Aerobic gemacht zu haben.


Der Slow: eine Frage der Strategie

Ach, die Partys!

Die Eltern, die «das Haus überliessen», die Discolichter, gebastelt aus farbigem Krepppapier, die Chipsschüssel, die in zwölf Minuten leer war, und der Sirup, der in Strömen floss. Die Party des Jahrhunderts, Ausgabe Wohnzimmer.

Wir tanzten zu Funk, Pop oder Rock, und dann kam DER lang ersehnte Moment: der Slow.

Plötzlich wurde das Licht gedimmt, jemand legte die Platte auf, und die Hälfte der Anwesenden entdeckte ein plötzliches Interesse an der Küche. Man musste den Mut finden, jemanden zum Tanzen aufzufordern. Drei Minuten Glück oder totale Peinlichkeit, je nach Antwort.

Die Technik war einfach: Hände auf die Schultern oder an die Taille, ein Sicherheitsabstand von etwa dreissig Zentimetern (der «Schullineal-Abstand») und ein Hin-und-her-Wiegen wie zwei schüchterne Pinguine. Die Mutigsten wagten eine kleine Drehung. Die anderen zählten die Sekunden.

Und wenn «Careless Whisper» von George Michael oder «Reality» von Richard Sanderson durch den Raum klang, hatten manche ihre Tanzpartnerin oder ihren Tanzpartner schon seit Beginn des Abends auserkoren. Ein richtiger Schlachtplan: Ziel ausmachen, sich während des vorherigen Liedes unauffällig nähern und sich vor allem nicht vom Kollegen überholen lassen, der mehr Mut hatte.

Kein Tinder, keine Direktnachrichten, kein «gesehen um 22:14». Nur ein Blick, ein Lächeln und sehr viel Mut! Und bei einer Absage ging man mit einem traurigen Lied im Walkman nach Hause. Diesmal mit neuen Batterien.


Die 80er haben die Tanzfläche nie verlassen

Jetzt kommt der erstaunlichste Teil der Geschichte: Diese Musik, die wir für unsere Erinnerungen reserviert glaubten, erobert gerade eine neue Generation. Unsere Kinder, Nichten, Neffen und die Nachbarskinder hören sie. Und nicht, um uns eine Freude zu machen.

Nehmen wir Kate Bush. Ihr Song «Running Up That Hill» erschien 1985 und schaffte es in Grossbritannien auf Platz drei. Siebenunddreissig Jahre später, 2022, taucht er in der Serie «Stranger Things» auf, im Walkman eines Teenagers. Ergebnis: Der Song wird in Grossbritannien, in der Schweiz und in mehreren weiteren Ländern zur Nummer eins und eine Zeit lang zum meistgestreamten Lied der Welt. Nebenbei bricht er den Rekord für den Song, der am längsten gebraucht hat, um Platz eins zu erreichen: 37 Jahre. Geduld zahlt sich eben aus. Und der Walkman ist offenbar immer noch ein hervorragender Manager.

Ein anderes Beispiel: «Blinding Lights» von The Weeknd. Der Song mit seinen knallharten 80er-Synthesizern erschien Ende 2019 und ist so sehr von unserer Zeit inspiriert, dass man am Ende des Videos fast einen DeLorean erwartet. 2021 wurde er zum besten Song aller Zeiten der amerikanischen Billboard-Hot-100-Hitparade gekürt. Mit anderen Worten: Der erfolgreichste Song der jüngeren Geschichte klingt wie eine Kassette von 1984. Wir sagen ja nichts, aber wir denken uns unseren Teil.

Und was ist mit Rick Astley? «Never Gonna Give You Up» stammt von 1987 und erlebt dank des «Rickrolls» eine zweite Karriere. Das ist ein Internetscherz, bei dem man auf einen seriösen Link klickt… und bei Rick und seiner tadellosen Frisur landet. Eine ganze Generation ist schon darauf hereingefallen. Rick selbst hat uns, wie versprochen, nie im Stich gelassen.

Auch französischsprachige Hits unserer Jugend kommen als Elektro-Remix zurück. «Voyage, voyage» von Desireless, «Quand la musique est bonne» von Goldman oder «Désenchantée» von Mylène Farmer werden von heutigen DJs neu aufgelegt und landen wieder in den Clubs. Auf TikTok gibt es sogar einen Trend namens «Retro Core»: Junge Leute mischen Samples, Vintage-Synthesizer und Kult-Refrains aus den 80ern bis 2000ern als Soundtrack für ihre Videos.

Warum funktioniert das so gut? Vielleicht weil diese Songs alles haben, was es braucht: eine Melodie, die man nach zehn Sekunden im Ohr hat, einen Refrain, den man aus voller Kehle mitschreien kann, und eine Energie, die einen zum Tanzen bringt. Die 80er hatten etwas Wesentliches verstanden: Ein guter Song ist ein Song, den man unter der Dusche singt.

Und es hat etwas ziemlich Erfreuliches, zu sehen, wie unsere Hits plötzlich «vintage» und «trendy» sind. Unsere ausgewaschenen Jeansjacken, hohen Turnschuhe und übergrossen Sonnenbrillen werden heute als Retro-Stücke verkauft. Hätten wir das gewusst, hätten wir alles behalten. Der Estrich unserer Eltern war in Wahrheit ein Museum.


Karaoke: Wenn die Jungen die Texte besser kennen als wir

Mach mal das Experiment. Geh an einem Samstagabend in eine Karaoke-Bar, warte, bis eine Gruppe Zwanzigjähriger das Mikrofon übernimmt… und hör zu. Die Chancen stehen gut, dass du «Take On Me» von a-ha, «Livin' on a Prayer» von Bon Jovi oder «Don't Stop Believin'» von Journey zu hören bekommst.

Das ist nicht nur ein Eindruck: Laut der Karaoke-Plattform Singa gehören diese drei Titel zu den heute meistgesungenen Songs der 80er, zusammen mit «I Wanna Dance with Somebody» von Whitney Houston, «Total Eclipse of the Heart» von Bonnie Tyler und… «Careless Whisper». Ja, unser Party-Slow ist zum Karaoke-Klassiker geworden. George Michael wäre stolz.

Das Lustigste (oder Kränkendste) ist, wenn die Jungen ALLE Texte kennen. Währenddessen singen wir, die wir die Zeit live miterlebt haben, seit vierzig Jahren «Take on me, take me on…», gefolgt von einem vagen, aber überzeugten «na na na na». Damals gab es keine Texte auf dem Bildschirm: Man verstand, was man konnte, in ungefährem Englisch, und erfand den Rest. Manche von uns haben sehr persönliche Versionen von «Like a Virgin».

Und dann ist da dieser berühmte Ton in «Take On Me». Du weisst schon, der, der so hoch geht, dass ihn wahrscheinlich nur noch Hunde hören. Die Jungen versuchen es. Wir versuchen es auch. Niemand schafft es. Das ist das wahre Band zwischen den Generationen.

Auch auf Deutsch hat das Karaoke seine 80er-Klassiker: «99 Luftballons» von Nena, «Major Tom (völlig losgelöst)» von Peter Schilling oder «Skandal im Sperrbezirk», das an jedem Firmenfest garantiert lauthals mitgegrölt wird, mit einer Begeisterung, die umgekehrt proportional zum Gesangstalent ist.

Vielleicht ist das der schönste Beweis dafür, dass diese Songs gelungen sind: Sie überdauern die Zeit und werden gemeinsam gesungen. Wenn drei Generationen im selben Raum denselben Refrain singen, passiert etwas Magisches. Oft etwas schief, aber trotzdem magisch.


Warum berühren uns diese Lieder immer noch so sehr?

Eine Melodie kann eine Erinnerung mit erstaunlicher Wucht zurückbringen.

Ein Song, und schon sitzen wir wieder mit Freunden im Auto, die Fenster runtergekurbelt und die Musik voll aufgedreht (während wir aufpassten, dass das Autoradio die Kassette nicht frisst). In der Disco, für die wir uns drei Stunden lang zurechtgemacht hatten. Am Strand oder am See, mit einem Transistorradio und Sonnencreme mit Schutzfaktor 2. Oder in den Armen unserer ersten Liebe, bei einem Slow von drei Minuten, der sich wie dreissig anfühlte.

Musik ist eng mit unseren Erinnerungen und Gefühlen verbunden. Die Lieder, die wir als Teenager hören, in einer Zeit, in der alles intensiver erlebt wird, prägen sich offenbar für immer ein. Vielleicht haben sie deshalb einen so besonderen Platz: Man kann vergessen, wo man die Schlüssel hingelegt hat, aber nie den Text von «99 Luftballons».

Aber Achtung: Nostalgisch sein heisst nicht, in der Vergangenheit zu leben!

Im Nold Club entdecken wir auch gerne neue Künstlerinnen und Künstler, gehen an Konzerte und tanzen weiter. Mit oder ohne Dauerwelle. Mit oder ohne Schulterpolster. Und bei manchen mit einem Knie, das inzwischen zur Rhythmusgruppe gehört.


Diesen Samstag bringt uns «Taratata» zurück ins Jahr 1984

Das ist ein Abend, der unserer Generation gefallen dürfte!

Am Samstag, 10. Oktober 2026, um 21.10 Uhr präsentiert Nagui auf France 2 «Taratata fête le Zénith 1984».

Eine Spezialsendung, die der Musik der 80er gewidmet ist, aufgezeichnet am 23. September im Zénith de Paris – La Villette, dem legendären Konzertsaal, der 1984 eröffnet wurde. Kleines Augenzwinkern der Geschichte: Der französische Chansonnier Renaud stand bereits bei der Eröffnung des Zénith im Januar 1984 auf der Bühne, und er ist auch diesmal wieder mit dabei.

Auf dem Programm: über zwei Stunden 100 % Live-Musik, mehr als 80 französische und internationale Künstlerinnen und Künstler, unerwartete Duette, Coverversionen und einmalige musikalische Begegnungen. Angekündigt sind unter anderem Renaud, Zazie, Julien Clerc, Lio, Gilbert Montagné, Axel Bauer, Cock Robin, Bob Sinclar… und sogar die schwedische Band Europe. Wir versprechen nichts, aber wenn du ein gewisses Synthesizer-Riff hörst, weisst du: Der «Final Countdown» hat begonnen.

Die 5000 Konzertplätze waren in sieben Minuten ausverkauft. Sieben Minuten! Damals brauchte man länger, um eine Kassette mit dem Bleistift zurückzuspulen.

Und das Musikfest hat auch eine solidarische Seite: Laut France Télévisions gehen 200 000 Euro an die Fondation pour la Recherche Médicale zur Unterstützung der Krebsforschung. Ein Grund mehr, den Fernseher einzuschalten.

Also: Am Samstagabend drehen wir die Musik auf, schieben eventuell den Stubentisch zur Seite, holen das Haarspray hervor (in Massen, denk an die Ozonschicht) und fühlen uns wieder ein bisschen wie zwanzig!

Zu sehen auf France 2 und france.tv. Die Sendung ist auf Französisch, aber Musik braucht bekanntlich keine Übersetzung.


Und du? Welcher Song bringt dich sofort zurück in die 80er?

Der Song deines ersten Kusses? Deiner ersten Party? Deiner Ferien mit Freunden? Oder dieser Hit, den du immer noch auswendig kannst, aber nur im Auto hörst, mit gut geschlossenen Fenstern?

Und eine kleine Bonusfrage: Hat dich schon einmal ein junger Mensch überrascht, der «deinen» Song am Karaoke gesungen hat, und zwar mit perfektem Text?

Erzähl es uns!

Und warum deine Erinnerungen nicht bei einem nächsten Souper Nold teilen? Die besten Gespräche beginnen manchmal mit einem einfachen Lied. Und enden manchmal mit einem spontanen Karaoke. Wir haben dich gewarnt.

Denn im Nold Club vergehen die Jahre, aber die Musik spielt weiter! 💜🎶



Danse disco avec tes walkmans, les années 80, nos meilleurs souvenirs
Disco Generation: wir hören immer noch unsere Tubes gerne!


 
 
 

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